Akupunktur – Traditionelle Chinesische Medizin

Akupunktur zählt zu den ältesten Heilmethoden

Alternative Heilmethoden werden immer populärer. Eine der ältesten und am weitesten verbreitete Heilmethode der Welt ist die Akupunktur. Sie ist ein Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin und basiert auf der Fünfelementelehre sowie der Lehre von den Meridianen. In der Akupunktur geht man von 361 Akupunkturpunkten aus, die auf den Meridianen angeordnet sind. Nach Meinung der Traditionellen Chinesischen Medizin wird durch das Einstechen der Nadeln der Fluss der Lebensenergie (Qi) beeinflusst. Eine Krankheit entsteht nach traditioneller Ansicht, wenn die Lebensenergie, die durch die Meridiane strömt, blockiert wird. Mithilfe der Akupunkturnadeln soll sie wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Akupunktur
Traditionelle Chinesische Medizin – © Max Tactic – Fotolia.com

Störungen im Körperinneren sollen dadurch gelindert oder das allgemeine Wohlbefinden gesteigert werden. Die WHO hat eine Indikationsliste mit etwa 100 Beschwerdebildern, die sich für Akupunkturbehandlungen eignen, veröffentlicht. Als anerkannte Indikation für eine Akupunkturbehandlung gelten unter anderem chronische Schmerzen. Vor allem dann, wenn kein körperlicher Befund vorliegt. So werden die Nadeln besonders in der Schmerz- und Suchtbehandlung auch von westlichen Schulmedizinern eingesetzt. Oftmals wird die Akupunktur Behandlung begleitend zur schulmedizinischen Therapie durchgeführt. Auch in der Geburtsvorbereitung wird die Akupunktur gerne eingesetzt. Bei Säuglingen und Kleinkindern wird die japanische Kinderakupunktur eingesetzt.

Diese Behandlungsform kommt ohne Nadeln aus, so dass die Haut nicht verletzt wird. Die Akupunkturpunkte, Reflexzonen und Meridianen werden durch Druck, lineares Streichen und Klopfen stimuliert. Ergänzend wird oft eine Meridianmassage vorgenommen. Weiter besteht die Möglichkeit einer Laser- und Elektroakupunktur. Hierbei werden die Punkte nicht durch Bewegen der Nadeln, sondern durch Elektro- oder Laserenergie stimuliert. Die Akupunktur Behandlung ist weitgehend frei von unerwünschten Nebenwirkungen. Vereinzelt kann es zu kurzzeitigen Hautrötungen, einem Wärmegefühl oder seltener auch zu Unwohlsein kommen. In seltenen Fällen können auch Hämatome auftreten. Ebenso wie in der Homöopathie kann es bei den ersten zwei bis drei Behandlungen zu einer vorübergehenden Verschlechterung der Beschwerden kommen.

Die Anzahl der Therapiesitzungen richtet sich nach dem jeweiligen Schmerzzustand des Patienten. Für eine erfolgreiche Behandlung sind etwa mindestens zehn Sitzungen erforderlich. Begonnen wird eine Behandlung meist mit einer Serie von 12 bis 15 Sitzungen. Dabei sollten zwei Sitzungen pro Woche durchgeführt werden. In einer anschließenden zwei bis dreiwöchigen Pause, lässt sich feststellen, ob die Behandlung die Beschwerden tatsächlich gelindert hat. Eine schnellere Aussage über die Wirksamkeit der Akupunktursitzungen ist insbesondere bei chronischen Schmerzpatienten nicht möglich. Da die von der Traditionellen Chinesischen Medizin angenommen Wirkmechanismen wissenschaftlich bisher nicht nachgewiesen werden konnten, wird von vielen Schulmedizinern meist der Placebo-Effekt für die Wirksamkeit verantwortlich gemacht.

So suchen die Wissenschaftsmediziner noch immer nach einer stichhaltigen Erklärung. Demgegenüber belegen neuste Studien, dass Akupunktur bei Spannungskopfschmerzen und Migräne mindestens genauso gut hilft, wie konventionelle medikamentöse Therapieverfahren. Und dies bei wesentlich geringeren Nebenwirkungen und voraussichtlich besserer Langzeitwirkung. So übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen unter anderem zurzeit in Modellprojekten die Kosten für Akupunkturbehandlungen bei chronischen Kopfschmerzen. Sowohl Befürworter als auch Gegner der Akupunktur warnen jedoch davor, die Nadelbehandlung bei schwerwiegenden Krankheiten wie beispielsweise alle Arten von Krebs, Multipler Sklerose oder Schlaganfall anzuwenden. Auch alle Erkrankungen mit nicht eindeutiger Diagnose sowie schwere psychische Krankheiten und die meisten Infektionskrankheiten sollten nicht mit Akupunktur behandelt werden.